Die Chronik des Tierschutzverein Remagen und Umgebung e.V.

50er

Noch waren längst nicht alle Trümmer beseitigt und vom Wirtschaftswunder und Wohlstand war noch nicht viel zu spüren, als am 14.10.1954 einige Tierfreunde in Remagen ihren Tierschutzverein gründeten. In diesen Tagen steckte sowohl den Menschen als auch den Tieren die Schrecken der Bombenangriffe und der Kriegshandlungen noch in den Knochen.

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Viele Katzen und Hunde waren herren- und heimatlos geworden. Die Schwächeren von ihnen waren wohl schon auf der Strecke geblieben. Einige aber hatten gelernt, sich von Kleintieren und Abfällen zu ernähren. Wegen fehlender Fürsorge und als Folge der unkontrollierten Vermehrung verelendeten besonders die Tiermütter und ihre Babies immer mehr. Und obwohl in dieser schlechten Zeit die Menschen selbst nicht viel zu essen hatten, haben sie streunende Tiere gefüttert und bei sich aufgenommen. Der Remagener Tierschutzverein war geboren, mit dem Ziel, gemeinsam in Not geratenen Tieren zu helfen.

Der Tierschutz musste in das Bewusstsein der Menschen vordringen. Wir sehen heute, dass dies nur zum Teil gelungen ist. Hier möchten wir das Beispiel "Kettenhund" anführen. Bereits im Jahr 1956 lenkte der Tierschutzverein seine Aufmerksamkeit auf die Kettenhaltung von Hunden.


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Wir sehen, dass zur damaligen Zeit die Auswirkungen des Krieges nicht nur das tägliche Leben erschwerten - vom Wirtschaftswunder war in dieser Zeit noch nichts zu merken -, sondern auch den Tierschutz beeinflusste. Gegen Vergiftung oder das Abschießen von Tieren musste vorgegangen werden. Zur damaligen Zeit war das Waffentragen von Jugendlichen noch nicht verboten und so wurden sowohl zum Spaß, teilweise aber auch zum Vertehr Vögel abgeschosssen. Mittlerweile gab es in Deutschland keine Hungersnot mehr aber tritzdem wurden in vielen Teilen des Landes noch Hunde zum Verzehr geschlachtet. In unserer heutigen Zeit ist dies sicherlich kaum nachvollziehbar.

Den Tierschützern in Remagen ging es nicht nur um die Haustiere hier vor Ort, sondern von Anfang an um die allgemeine Tierwelt, denn Tierschutz kennt keine Grenzen. Themen, wie der blutige Stierkampf oder auch das Massentöten von Singvögeln in Italien, das Angeln mit Lebendködern, Abbrennen von Hecken - wobei der Lebensraum vieler Vögel und Insekten zerstört wird - und vieles mehr, standen auf der Tagesordnung.

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An den damaligen Aufgaben sehen wir, dass sich der Einsatz der Tierschützer gelohnt hat, denn viele der Ziele sind erreicht worden, wogegen um andere Verbesserungen noch immer gekämpft wird.

In den ersten Jahren gab es weit und breit noch kein Tierheim im Kreis und so mussten die Tiere in Privatpflegestellen untergebracht werden. Die Tiere wurden von den Tierschützern damals noch mit Bus, Bahn oder Taxi gefahren, da sie selbst noch keine Autos hatten. Dies war auf die Dauer nicht machbar, denn die Fahrten waren teuer und die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere stieg.

Die Vermittlung der Tiere lief sehr schwer an. Frau Kuhn, die Frau des damaligen 1. Vorsitzenden, spezialisierte sich in der Unterbringung von herrenlosen Katzen. Sie ging von Tür zu Tür mit großem Erfolg. Viele der Menschen erklärten sich bereit, ein oder zwei Katzen bei sich aufzunehmen. Auf der Mitgliederversammlung 1956 wurde bereits auf die Notwendigkeit eines Tierheimes aufmerksam gemacht. Dies war in den Anfangsjahren kaum möglich, denn nur wenige Menschen konnten Geld spenden, um ein Tierheim zu bauen. In den Anfangsjahren war der Mitgliedsbeitrag so gering, dass davon kaum etwas angeschafft werden konnte.

Man war zunächst einmal froh, dass der Tierschutzverein doch relativ schnell Mitglieder gewann, die sich aktiv an der Tierschutzarbeit beteiligten, obwohl in der damaligen Zeit die Menschen weniger Freizeit hatten. Die Arbeitszeiten waren länger und arbeiten am Samstag war normal. Umso wertvoller war jedes Mitglied, welches mithalf. Der Bau des ersten Tierheimes im Kreis Ahrweiler sollte erst 25 Jahre später in Erfüllung gehen.

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60er 70er


Anfang der sechziger Jahre klopfte Frau Kuhn auch an die Tür von Familie Schreier. Da diese immer Tiere hatten, erklärten sie sich sofort bereit, zu helfen. Es blieb nicht bei ein oder zwei Tieren. Immer mehr mussten aufgenommen werden. Vor allem aber auch große herrenlose Hunde. Daher baute Familie Schreier bei sich an. Es wurden drei Zwinger auf dem kleinen Innenhof des Hauses gebaut, in denen vorübergehend Hunde untergebracht werden konnten.

Natürlich gab es nicht nur Tierfreunde und Hunde bellen nun mal. Die Nachbarschft fühlte sich auf die Dauer gestört, eine bessere Lösung musste gefunden werden. In Spitzen zeiten wurden an die 40 verschieden Tiere im Haus untergebracht. Im Jahr 1969 wurde Herr Albert Schreier zum 1. Vorsitzenden gewählt und setrzte sich nicht nur fürdie herrenlose Tiere ein, sondern kümmert sich auch um viele andere Tierqualhaltungen oft mit Erfolg, rettet Schwäne, die wieder einmal mit Angelschnur umwickelt waren, holte Pony und Esel vom Drachenfels in Königswinter (sie waren nicht mehr in der Lage, die schweren Menschen auf ihrem Rücken den steilen Berg hoch zu tragen), rettete Pferde vor dem Schlachter und war Tag und Nachtim Einsatz.

Frau Schreier war dagegen mit der Versorgung der Tiere und mit der Aufzucht von Jungtieren rund um die Uhr beschäftigt. Da gab es ein Pony, welches per Hand aufgezogen wurde, da gab es Marder- und Fuchsbabies, die das Fläschchen brauchten und unzählige kleine Katzen- oder Hundewelpen, die keine Mutter mehr hatten.

80er

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Neues Tierheim in Remagen gebaut.
Sofort waren die Räume voll mit Tieren, die ein neues Zuhause suchten. Hier konnten sie übergangsweise gepflegt und versorgt werden. Schlagartig wurde die Vermittlung der Tiere erhöht, denn jeder Intressent ging zunächst einmal ins Tierheim. Heute, da wir einen Platz für das neue Tierheim suchen, wissen wir, welche Arbeit dahinter steckt, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Remagener Verein hatte es geschafft!

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90er


Im Jahr 1995 nahm das Ehepar Breest die Arbeit im Tierheim auf. Zwei Jahre später übergab Herr Schreier die Leitung des Tierheimes an Familie Breest. Nach nunmehr 35 Jahren Tierschutzarbeit und 29 Jahren als Vereinsvorsitzender beendete Herr Schreier seine aktive Tätigkeit im Tierschutzverein. Seit 1998 ist Frau Breest 1, Vorsitzende des Vereins.

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Familie Breest mit Heimtieren 1995


Das Tierheim, welches aus der Not heraus und mit wenig Mitteln gebaut wurde, stand nunbereits 15 Jahre. Langsam zeigten sich die ersten Mängel. Ein neues Dach musste her, denn es regnete an vielen Stellen durch. Eine Heizung musste installiert werden. Beim Bau fehlten dazu die Mittel und es wurde daher noch mit Kohleöfen und Heizstrahlern geheizt. Ein neuer Zaun musste her, die Zwingeranlage musste renoviert werden. Und wieder musste Geld gesammelt werden.

Um die Aufmerksamkeit auf die Not des Tierschutzvereines zu lenken, wurde seit 1995 die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt ausgebaut. So war das Tierheim seitdem regelmäßig im Ahrtaler Wochenspiegel u.a. mit dem "Heimtier der Woche" vertreten. Auch verstärkten sich die Pressemitteilungen in anderen Zeitschriften.Weiterhin wurde der Verein in der WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" vorgestellt. Durch viele dieser Maßnahmen konnten endlich dringend norwendige Spenden eingenommen werden. Sogar ein neues Auto worde 1999 dem Tierschutzverein als Spende übergeben, welches heute noch im Einsatz ist.

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In den Anfangsjahren wurden durchschnittlich 70 Hunde und ca. 100 Katzen pro Jahr aufgenommen. Die Zahl hat sich in den folgenden Jahren immer wieder erhöht, sodass wir heute fast doppelt so viele Tiere aufnehmen müssen. Mit jedem weiteren aufgenommenen Tier stiegen die Betriebskosten und der Arbeitsaufwand. Eine regelmäßige gute Versorgung der Tiere war nur mit fest angestelltenKräften zu realisieren.

Nach vielen Gesprächen mit den Stadt- und Gemeindeverwaltungen und der Kreisverwaltung wurde der Zuschuss für die Aufnahme der Fundtiere erhöht und so konnte für ein geringes Gehalt ein Tierheimleiter eingestellt werden.

Durch die eingegangenen Spenden konnte nun endlich das Tierheim renoviert werden. Das Dach wurde neu gedeckt, eine Heizung wurde eingebaut, die Zwinger wurden vergrößert und viele notwendige Renovierungsarbeiten mehr wurden vorgenommen, um den Tieren die Zeit im Tierheim so angenehm wie möglich zu gestalten. Dies war nicht nur zuletzt den vielen Spendern zu verdanken, sondernauch dem Einsatz der ehrenamtlichen Helfer.

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2000

Leider stand dieses Tierheim von Anfang an unter einem schlechten Stern, weil sich einige Bewohner im Steinkaul über das Hundegebell aufregten und letztlich 987 erreicht haben, dass die Tiere die meiste Zeit des Tages und die ganze Nacht lang in den Zwingern gehalten werden müssen und nur wenige Stunden am Tag in die kleinen Freiläufe dürfen.

Bemühungen, dieses Tierheim zu erweitern, z.B. um eine dringend erforderliche Quaratänestation, scheiterten an dem Widerstend der Nachbarschaft.

Erschwerend kommt hinzu, dass nach fast 25 Jahren die vielen Mängel des Gebäudes nicht mehr wirtschaftlich durch Renovierungsarbeiten behoben werden können.
Eine Schlussfolgerung bleibt daher nur: Der Bau eines neuen Tierheimes muss in Angriff genommen werden.

Allein können wir dies jedoch nicht schaffen und genau wie vor 50 Jahren ist unser Tierschutzverein auch heute noch immen bestrebt, mit anderen Tierschutzvereinen zusammenzuarbeiten. So wurde im Jahr 2000 zusammen mit dem Bad Neuenahrer Tierschutzverein der Bau eines neuen gemeinsamen Tierheimes beschlossen und vertraglich vereinbart.
Wir hoffen sehr, dass unser Jubiläumsjahr auch das Jahr des "Neuen Tierheimes AW" wird.

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2007

Neues Tierheim AW: Positiver Bescheid auf die Bauvoranfrage liegt vor !
Grundsteinlegung 2007-2009

2008

Neuer Vorstand und neue Tierheimleitung