Noch waren längst nicht alle Trümmer beseitigt und vom Wirtschaftswunder und Wohlstand war noch nicht viel zu spüren, als am 14.10.1954 einige Tierfreunde in Remagen ihren
Tierschutzverein gründeten. In diesen Tagen steckte sowohl den Menschen als auch den Tieren die Schrecken der Bombenangriffe und der Kriegshandlungen noch in den Knochen.
Viele Katzen und Hunde waren herren- und heimatlos geworden. Die Schwächeren von ihnen waren wohl schon auf der Strecke geblieben.
Einige aber hatten gelernt, sich von Kleintieren und Abfällen zu ernähren. Wegen fehlender Fürsorge und als Folge der unkontrollierten Vermehrung verelendeten
besonders die Tiermütter und ihre Babies immer mehr. Und obwohl in dieser schlechten Zeit die Menschen selbst nicht viel zu essen hatten, haben sie streunende Tiere
gefüttert und bei sich aufgenommen. Der Remagener Tierschutzverein war geboren, mit dem Ziel, gemeinsam in Not geratenen Tieren zu helfen.
Der Tierschutz musste in das Bewusstsein der Menschen vordringen. Wir sehen heute, dass dies nur zum Teil gelungen ist.
Hier möchten wir das Beispiel "Kettenhund" anführen. Bereits im Jahr 1956 lenkte der Tierschutzverein seine Aufmerksamkeit auf die Kettenhaltung von Hunden.

Anfang der sechziger Jahre klopfte Frau Kuhn auch an die Tür von Familie Schreier. Da diese immer Tiere hatten, erklärten sie sich sofort bereit, zu helfen.
Es blieb nicht bei ein oder zwei Tieren. Immer mehr mussten aufgenommen werden. Vor allem aber auch große herrenlose Hunde. Daher baute Familie Schreier
bei sich an. Es wurden drei Zwinger auf dem kleinen Innenhof des Hauses gebaut, in denen vorübergehend Hunde untergebracht werden konnten.
Natürlich gab es nicht nur Tierfreunde und Hunde bellen nun mal. Die Nachbarschft fühlte sich auf die Dauer gestört, eine bessere Lösung musste gefunden werden.
In Spitzen zeiten wurden an die 40 verschieden Tiere im Haus untergebracht. Im Jahr 1969 wurde Herr Albert Schreier zum 1. Vorsitzenden gewählt und setrzte
sich nicht nur fürdie herrenlose Tiere ein, sondern kümmert sich auch um viele andere Tierqualhaltungen oft mit Erfolg, rettet Schwäne, die wieder einmal mit Angelschnur
umwickelt waren, holte Pony und Esel vom Drachenfels in Königswinter (sie waren nicht mehr in der Lage, die schweren Menschen auf ihrem Rücken den steilen Berg
hoch zu tragen), rettete Pferde vor dem Schlachter und war Tag und Nachtim Einsatz.
Frau Schreier war dagegen mit der Versorgung der Tiere und mit der Aufzucht von Jungtieren
rund um die Uhr beschäftigt. Da gab es ein Pony, welches per Hand aufgezogen wurde, da gab es Marder- und Fuchsbabies, die das Fläschchen brauchten und unzählige
kleine Katzen- oder Hundewelpen, die keine Mutter mehr hatten.
Neues Tierheim in Remagen gebaut.
Sofort waren die Räume voll mit Tieren, die ein neues Zuhause suchten. Hier konnten sie übergangsweise gepflegt und versorgt werden. Schlagartig wurde die Vermittlung der
Tiere erhöht, denn jeder Intressent ging zunächst einmal ins Tierheim. Heute, da wir einen Platz für das neue Tierheim suchen, wissen wir, welche Arbeit dahinter steckt,
um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Der Remagener Verein hatte es geschafft!
Im Jahr 1995 nahm das Ehepar Breest die Arbeit im Tierheim auf. Zwei Jahre später übergab Herr Schreier die Leitung des Tierheimes an Familie Breest.
Nach nunmehr 35 Jahren Tierschutzarbeit und 29 Jahren als Vereinsvorsitzender beendete Herr Schreier seine aktive Tätigkeit im Tierschutzverein.
Seit 1998 ist Frau Breest 1, Vorsitzende des Vereins.
Leider stand dieses Tierheim von Anfang an unter einem schlechten Stern, weil sich einige Bewohner im Steinkaul über das Hundegebell aufregten und letztlich 987 erreicht haben,
dass die Tiere die meiste Zeit des Tages und die ganze Nacht lang in den Zwingern gehalten werden müssen und nur wenige Stunden am Tag in die kleinen Freiläufe dürfen.
Bemühungen, dieses Tierheim zu erweitern, z.B. um eine dringend erforderliche Quaratänestation, scheiterten an dem Widerstend der Nachbarschaft.
Erschwerend kommt hinzu, dass nach fast 25 Jahren die vielen Mängel des Gebäudes nicht mehr wirtschaftlich durch Renovierungsarbeiten behoben werden können.
Eine Schlussfolgerung bleibt daher nur: Der Bau eines neuen Tierheimes muss in Angriff genommen werden.
Allein können wir dies jedoch nicht schaffen und genau wie vor 50 Jahren ist unser Tierschutzverein auch heute noch immen bestrebt, mit anderen Tierschutzvereinen
zusammenzuarbeiten. So wurde im Jahr 2000 zusammen mit dem Bad Neuenahrer Tierschutzverein der Bau eines neuen gemeinsamen Tierheimes beschlossen und vertraglich
vereinbart.
Wir hoffen sehr, dass unser Jubiläumsjahr auch das Jahr des "Neuen Tierheimes AW" wird.
Neues Tierheim AW: Positiver Bescheid auf die Bauvoranfrage liegt vor !
Grundsteinlegung 2007-2009
Neuer Vorstand und neue Tierheimleitung