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Pflegestellen für Katzen

Was tun sie? Wofür brauchen wir sie?
Ein kleiner Einblick in einen neuen, ehrenamtlichen Bereich unseres Tierheims

Seit ca. einem halben Jahr arbeitet der Tierheim und Tierschutzverein Kreis Ahrweiler e.V. verstärkt mit Pflegestellen für Katzen zusammen. Momentan sind in 4 privaten Haushalten Tiere untergebracht, deren besonderen Bedürfnissen bei einem Tierheimaufenthalt nicht so gut nachgekommen werden kann.

Besonders hervorzuheben ist die Pflegestelle in Rüber, die spezialisiert auf Flaschenaufzuchten ist. Gerade die Kleinsten der Kleinen sind extrem arbeitsintensiv und gleichzeitig sehr anfällig für alle Krankheiten. Anfangs müssen sie auch nachts alle 2-3 Stunden die Flasche und anschließend noch den Bauch massiert bekommen, Aufgaben die sonst die Katzenmama übernimmt. So was ist neben einem normalen Tierheimalltag nicht zu bewältigen.

Auch Katzenmütter mit Babys und reine Babygruppen müssen separiert von dem Rest der Katzen untergebracht werden. Zum Einen brauchen diese kleinen Familien Ruhe und Schutz, zum Anderen ist auch hier für die Babys das erhöhte Infektionsrisiko zu beachten. Wie alle Babys müssen sie erst einmal langsam ein Immunsystem aufbauen. Deshalb können sie nicht, wie die erwachsenen Katzen, im großen Katzenraum untergebracht werden und ein kleines Tierheim, wie das des Tierheim und Tierschutzvereines Kreis Ahrweiler, stößt hier schnell an seine räumlichen Grenzen.

Die Pflegestellen stellen im privaten Haushalt einen Pflegeraum zur Verfügung oder, wenn sie keine eigenen Katzen haben, den ganzen Wohnraum. Alle Aufgaben, die sonst die Mitarbeiter des Tierheims übernehmen, werden auch hier übernommen. Füttern, das Reinigen der Katzenklos und des Pflegezimmers, Schmuseeinheiten und Spielen. Dabei werden die Tiere beobachtet und wenn nötig, einem Tierarzt vorgestellt. Medikamente werden nach Anweisung des Arztes gegeben und auch die Vermittlung der Katzen findet in der Pflegestelle statt.

Ebenfalls sehr wichtig ist die Arbeit der Pflegestellen auch für alte oder sehr scheue Katzen. Hier finden sie Ruhe und kleinere Gruppen. Besonders die älteren Tiere leiden oft im hektischen Tierheimalltag. Egal wie liebevoll sich um sie gekümmert wird, den gemütlichen Haushalt kann niemand ersetzen. Die vielen Besucher und auch der ständige Wechsel in der Gruppe, wenn Tiere vermittelt wurden oder neue dazu kommen, bedeuten für ältere Tiere immer wieder neuen Stress.
Besonders scheue oder ängstliche Katzen sind in der Gruppe oft überfordert. Sie schaffen es so nicht Vertrauen zum Menschen aufbauen zu können. Deswegen wurden seit September kleinere Gruppen von Katzen nach Koblenz auf die Pflegestelle gegeben, die besonders gerne mit diesen scheuen Tieren arbeitet. Hier konnten sie lernen, dass Menschen gar nicht so schlimm sind und nach und nach ließen sie es zu, dass man sie anfassen und streicheln kann. 4 Katzen konnten schon in ein neues Zuhause umziehen und 4 sind mittlerweile handzahm und genießen es, gestreichelt zu werden. Natürlich wird es nach einer Vermittlung wieder eine ganze Weile dauern, bis so scheue Tiere wieder Vertrauen zu den fremden Menschen fassen. Aber eine Katze, die sich einmal anfassen ließ, wird sich auch wieder erneut auf die Menschen einlassen und das Geschenk, dass man durch ihr Vertrauen bekommt, ist ein ganz besonderes.

Sollten Sie sich auch schon mal überlegt haben, gerne auch nur aushilfsweise, als Pflegestelle den Tierschutz zu unterstützen, dann sprechen Sie die Tierheimmitarbeiterinnen einfach mal unverbindlich an.