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Tierschutz aktuell

11.01.2012

TASSO-Newsletter

Rumänisches Verfassungsgericht erklärt Euthanasie von Straßenhunden für verfassungswidrig

Das seit Langem geplante Gesetz zur Tötung der Straßenhunde in Rumänien mit dem schlichten Namen PL 912 ist heute vom Verfassungsgericht zur Überarbeitung an die Abgeordnetenkammer zurück gewiesen worden.

Das Gericht entschied in seiner Begründung, dass die Euthanasie von gesunden Hunden nicht verfassungskonform sei. Hoffnung für Tausende Hunde!

"Trotz allem Jubel bei Tierschützern und Tierfreunden muss nun auch intensiv darüber nachgedacht werden, wie den Hunden und letztendlich auch der Bevölkerung geholfen werden kann", so Philip McCreight von TASSO e.V. "Die Zahl der herrenlosen Streuner in Rumänien wird derzeit auf 2 Millionen geschätzt. Das Töten ist mit Sicherheit keine Lösung, das Leben auf der Straße aber auch nicht", weiß McCreight. Petra Zipp vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) kämpft schon seit Jahren für die Straßenhunde in Rumänien. Sie fordert intelligente und langfristige Konzepte wie in der rumänischen Stadt Brasov, in der sich der bmt nachhaltig und erfolgreich um das Straßenhundeproblem kümmert.

© Copyright TASSO e.V.

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01.09.2011

Pressemeldung

Intensive Hühnermast in der Kritik

In der gestrigen Reportage "ARD-exclusiv" (31.08.2011, 21.45 Uhr) wurde am Beispiel des Unternehmens Wiesenhof u. a. auch die Auswirkung der Intensivhaltung auf die Gesundheit der Tiere dargestellt. Der Deutsche Tierschutzbund fordert eine breite Debatte über die Zukunft der Intensivtierhaltung. Dabei sieht der Verband die Landes- und Bundespolitik in einer Bringschuld. Unabhängig davon gilt es, die in der Reportage erhobenen Vorwürfe gegen das Unternehmen in Hinblick auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz rückhaltlos aufzuklären.

Masthühner und Elterntiere leiden aufgrund der Zucht auf schnelles Wachstum unter schmerzhaften Beinschäden. Die Tiere können zum Teil kaum mehr laufen. Aufgrund der immer schmutziger werdenden Einstreu entstehen schmerzhafte Entzündungen und Geschwüre an den Fußballen. Darüber hinaus werden Elterntiere, damit sie nicht so schwer werden, restriktiv gefüttert und hungern. Aus Sicht des Verbandes sind die Tierschutzprobleme der Haltungsform strukturell bedingt.

Die Zucht und die Haltung in den Intensivstallanlagen sind aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes bereits im Grundsatz ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das gilt nicht nur für die Masthühner, das gilt auch für viele andere Tierarten, die in den industriell geprägten Tierhaltungen keinerlei artgerechte Bedürfnisse ausleben können.

"Es ist bedauerlich, dass diese Intensivtierhaltungen durch die so genannte "Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung" legalisiert werden. Bundesministerin Ilse Aigner muss endlich handeln und eine Tierschutzgesetzgebung formulieren, die nicht auf einem Nutzgesetz basiert, sondern seiner Wortbedeutung als Schutzgesetz gerecht wird", fordert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Ebenso muss es jetzt gelten, den vom niedersächsischen Landesminister Gert Lindemann vorgesehenen Tierschutzplan rasch und konsequent im Sinne von Tier-, Umwelt- und letztlich auch Verbraucherschutz umzusetzen. "Die Landes- und Bundespolitik ist in der Bringschuld. Das derzeit geltende Tierschutzgesetz ist grausam, so bitter ist unsere Quintessenz", fasst Apel zusammen.

Mehr Informationen zu der Intensivhaltung von Masthühnern und zu den Forderungen für ein neues Tierschutzgesetz unter: www.tierschutzbund.de<http://www.tierschutzbund.de/>.




23.08.2011

- Tasso Newsletter -

Über 100.000 Hühner erstickt

Massentierhaltung: Das können Sie dagegen tun!

Vor wenigen Tagen ereignete sich erneut ein Zwischenfall in einem Mastbetrieb in Sachsen-Anhalt, der mehr als 100.000 Hühnern das Leben gekostet hat. In dem Betrieb fielen der Strom und womöglich auch die Notstromaggregate aus, was zu einem Ausfall der Belüftung führte. Laut Aussage von Fachleuten reichten bereits 30 Minuten ohne Luftzufuhr, die den Tieren zum Verhängnis wurden.

Dieser jüngste Vorfall ist leider kein Einzelfall. Immer wieder kommt es im Rahmen der Massentierhaltung zu drastischen Unfällen und damit einhergehend zum Tod von Tieren. Unfälle, die es womöglich in der konventionellen Landwirtschaft so nicht geben würde, meint TASSO. Ein Ausweg aus dem Tierleid wäre, Produkte aus der Massentierhaltung zu meiden und Fleisch und Eier aus Bio-Betrieben oder von kleinen Landwirten zu kaufen. Bei Eiern zum Beispiel weisen Zahlen und Buchstaben, der sogenannte Erzeugercode, auf dem Produkt selbst auf die Herkunft hin. So steht 0 für die ökologische Erzeugung und 1 für Freilandhaltung. Eier mit der Ziffer 3 (Bodenhaltung) und 4 (Käfighaltung) sollte man zum Wohle der Tiere meiden.
© Copyright TASSO e.V.




18.02.2011

Die ersten Ergebnisse der Aktion „Wühltischwelpen - Nein Danke!"

Was haben wir dank Ihrer Hilfe 2010 erreicht?

Ein Welpe zum Schleuderpreis von ein paar Euro, ganz egal, wie es dem erst wenige Tage alten, von der Mutter getrennten Tier dabei geht: Das war der Anlass zu der Ende 2009 von TASSO, ETN und bmt gestarteten Kampagne „Wühltischwelpen - Nein Danke!", denn bei diesem Geschäft steht die Profitgier der Händler an erster Stelle. Keine Rolle spielen hingegen die Gesundheit und das Wohlergehen des Tieres. Bereits 2010 hat die Kampagne erste Früchte getragen. Die Presse hatte großes Interesse an Berichterstattungen: Insgesamt wurde fast jede Woche ein Artikel über die Wühltischwelpen publiziert, und auch mehrere Fernsehsender zeigten zuvor teils mit versteckter Kamera aufgenommene Filmszenen und machten sie so öffentlich. Fast vierhundert Betroffene haben sich gemeldet und ihre Erfahrungsberichte eingestellt, tausende Menschen haben bei TASSO Informationsmaterial angefordert. Im Sommer 2010 organisierten die drei oben genannten Tierschutzorganisationen die erste Demonstration gegen den größten Händler in Deutschland, Hubert Winkel. Über einhundert Menschen hatten sich zu einem Aufmarsch vor seinem Grundstück zusammengefunden, um ihren Unmut kund zu tun. Viele der Demonstrationsteilnehmer hatten in der Vergangenheit
selbst einen todkranken Hund in der Welpenstube Winkel erworben und zählten mithin zu den unmittelbar Betroffenen.

Im Herbst trafen sich dann erstmalig von dieser Thematik betroffene Menschen aus ganz Deutschland. Man tauschte Erfahrungen aus und entwickelte Ideen, wie man möglichst flächendeckend aufklären kann. Weiterhin wurde man auch auf politischer Ebene aktiv und reichte eine entsprechende Petition beim Bundestag ein. Dank der Hilfe von Tierfreunden wie Ihnen konnten über 32.000 Stimmen gesammelt werden. Noch hat der Petitionsausschuss nicht darüber entschieden, ob man der Forderung der Tierschutzorganisationen, den gewerblichen Handel zu verbieten, nachkommen wird. Wir sind gespannt und werden auch 2011 für die Rechte der Tiere kämpfen. Dabei hoffen wir auch weiterhin auf Ihre Unterstützung.

"Wühltischwelpen - Nein Danke!"

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. | Todtenmann 8 / Hof Huppenhardt | D-53804 Much | Deutschland
Tel. +49 (0)2245-6190-0 | Fax. +49 (0)2245-6190-11 | info@etn-ev.de




03.12.2010

Was tun, wenn einem jetzt ein Igel über den Weg läuft?

TASSO gibt Tipps:

Viele Jahre lang galt: Wer im Spätherbst einen herumlaufenden kleinen Igel sieht, sollte ihn mitnehmen und zu Hause über den Winter bringen. Doch das muss man heutzutage differenzieren, betont Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO e.V.:Igel sind robuster, als viele denken. Nur wenn das Tier erkennbar krank oder unterernährt ist, benötigt es menschliche Hilfe.

Derzeit sind noch viele kleine Igel unterwegs, um sich für den bevorstehenden Winter ein Fettpolster anzufressen. Liegen die Außentemperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, haben sie auch gute Aussichten. Allerdings sollte ein Jungigel im November wenigstens 500 bis 600 Gramm wiegen, bevor er sich ohne die Gefahr des Verhungerns ins Winterquartier verabschieden kann, erklärt McCreight. Solange draußen noch Insekten oder Würmer zu entdecken sind, ist die Speisekarte gefüllt. Dann sollte man den Igel seiner Wege ziehen lassen.

Wenn die Nahrungstiere der Igel seltener werden, hilft ein abendliches Zubrot zum ausreichenden Winterspeck: Zum Füttern eignet sich Dosenfutter für Katzen, vermischt mit Haferflocken, oder ungewürztes gegartes Rührei und Hack, empfiehlt Ulli Seewald, Vorsitzende von Pro Igel e.V. In diesem bundesweit tätigen Verein haben sich Igelexperten, darunter Wissenschaftler, Tierärzte, Sachbuchautoren und Vorsitzende deutscher Igelschutzvereine, zusammengeschlossen. Macht das Stacheltier einen eher jämmerlichen Eindruck, ist auffallend dünn und apathisch, dann sei Hilfe im Haus nötig. Einen Igel zu Hause zu pflegen und überwintern zu lassen, erfordert Sachkenntnis, sagt sie. Deshalb sollte man sich zunächst informieren; auf unserer Homepage www.pro-igel.de findet man genaue Hinweise und Tipps.




02.12.2010

Schallende Ohrfeige für Geflügelindustrie und Bundesregierung, Sieg für den Tierschutz - Bundesverfassungsgericht untersagt Kleingruppenkäfige für Legehennen

Wie gerade bekannt wurde, hat das Bundesverfassungsgericht der Normenkontrollklage des Landes Rheinland-Pfalz Recht gegeben und die Kleingruppenkäfige für Legehennen als Verstoß gegen das Grundgesetz bezeichnet. Laut Urteilsbegründung wurde gegen die erforderliche gesetzliche Ermächtigungsgrundlage verstoßen, weil die Tierschutzkommission nicht in der nach Tierschutzgesetz erforderlichen Weise angehört wurde. Mit dem Verstoß gegen das Anhörungserfordernis habe der Verordnungsgeber auch gegen den Artikel 20a Grundgesetz, dem Staatsziel Tierschutz, verstoßen, so das Gericht. Die Bundesregierung hatte das generelle Verbot der Käfighaltung im Jahr 2002 nach einem mehrheitlichen Votum des Bundesrates aufgehoben.

"Das ist eine schallende Ohrfeige für die Betreiber von Kleingruppenkäfigen und die Bundesregierung. Es ist ein Sieg für den Tierschutz. Das muss alle, die noch Eier aus Käfigen verwenden, nachdenklich stimmen. Das fängt bei Frühstückseiern an, das betrifft aber auch Eiernudeln und endet noch nicht beim Eierlikör", kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und fügt an: "Wir danken dem Ministerpräsidenten Kurt Beck und der Staatsministerin Margit Conrad, dass sie den Tierschutzargumenten durch ihre Normenkontrollklage zu Recht verholfen haben."

Das Land Rheinland-Pfalz hatte nach dem Beschluss des Bundesrates Normenkontrollklage gegen die "Regelungen zur Kleingruppenhaltung von Legehennen" eingelegt. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Klage mit Gutachten unterstützt.

In der neuen Käfiggeneration können die Tiere zentrale Bedürfnisse und Verhaltensweisen nicht ausleben. Dazu gehören u. a. Sandbaden, ungestörtes Ruhen oder geschützte Eiablage im Nest. Diese hat das Bundesverfassungsgericht 1999 als wesentliche Grundbedürfnisse bezeichnet und die Käfighaltung für verfassungswidrig erklärt. Führende Wissenschaftler haben bereits bestätigt, dass auch in der so genannten Kleingruppe kein artgerechtes Verhalten der Hühnervögel möglich ist.

Mit freundlichen Grüssen
Presseabteilung
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Baumschulallee 15
D-53115 Bonn



30.11.2010

Die Not der irischen Pferde

Die Jahre des Booms und des beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwungs in Irland sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise vorbei. Viele Iren, die sich vor einiger Zeit aus Prestigegründen teure Renn- und Reitpferde gekauft haben, wollen die Tiere jetzt wieder loswerden. Die Unterhalts- und Tierarztkosten sind ihnen zu hoch und so werden viele der Tiere einfach nachts mit dem Anhänger an die Felder und Wälder gefahren und ausgesetzt. Mittlerweile sollen es mehr als 20.000 Pferde sein, die auf der Insel umher irren, schätzen Tierschützer der irischen Tierschutzgesellschaft ISPCA (Irish Society for the Prevention of Cruelty to Animals). Die Pferde sind nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen, und im Winter werden viele von ihnen verhungern, verdursten oder an Verletzungen und Krankheiten sterben. Die ISPCA versucht, möglichst viele von ihnen einzufangen, wieder aufzupäppeln und zu vermitteln, doch weder ihre Versorgungsplätze noch das Geld reichen aus. Wer mehr wissen möchte oder vielleicht sogar ein herrenloses Pferd aus Irland aufnehmen möchte, kann sich unter http://www.ispca.ie informieren.

© Copyright TASSO e.V.



Besuchen Sie auch die Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.: http://www.tierschutzbund.de

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