Notfall

Haustier gefunden


Erklärungen zu den verschiedenen Möglichkeiten zum Umgang mit Fundtieren. 

Das Melden eines Fundtieres bei dem örtlichen Tierschutzverein/Tierheim gehört zu den Pflichten eines Finders. 

Lesen Sie hierzu mehr.

Vorwort

Wie gut, dass es Tierheime gibt. Tierheime, wie unseres, in dem man Fundtiere abgeben kann.

Für die meisten Besitzer ist es ein Segen, ihr Tier wohlbehalten wiederzubekommen. Für die meisten gefundenen Tiere ist es ebenfalls ein Segen, weil sie niemand vermisst und niemand sucht und sie sich u. U. schon wochen- oder jahrelang alleine durchgeschlagen haben. Über 90 % der Fundkatzen werden nicht wieder abgeholt und sind auch nicht gekennzeichnet oder registriert.

Aber es gibt auch Fälle, bei denen Tiere von besorgten Menschen geradezu vor der eigenen Haustüre weg-gefunden werden. Hier sehen wir uns dann leider immer mal wieder mit dem Ärger der Tierbesitzer konfrontiert, die sich über die entstandenen Kosten beschweren.

Dazu sollte man wissen, dass die Kosten des Aufwandes der Fundtier-aufnahmen bei Weitem nicht durch die Gebühren gedeckt werden. Dem Tierheim entstehen Verpflegungs-, Desinfektions- und ggf. bei verletzten oder kranken Tieren auch Tierarztkosten. Zusätzlich sind Kosten für die qualifizierten Mitarbeiter zu tragen. Die geforderte Gebühr deckt dabei lediglich einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten.

Den Ärger der Besitzer können wir nachvollziehen, aber wir müssen jeder Fundtieranzeige nachgehen. Das ist vertraglich mit den Kommunen des Kreis Ahrweiler geregelt. Wir handeln ausschließlich im Auftrag und immer im guten Glauben, dass der Fundtier Melder ehrlich ist. Wenn uns also ein Fundtier gemeldet wird, handeln wir ohne "wenn und aber". Das ist das Prinzip unserer Arbeit. Und sollte es doch einmal Probleme geben, mit uns kann man über alles reden.

Die Tierheimmitarbeiter und auch der Vorstand des Vereins sind immer gerne gesprächsbereit und freuen sich über konstruktive Kritik.

Fundtiermeldung

Aus gegebenem Anlass möchten wir im Folgenden die Möglichkeiten der Fundtiermeldung darstellen:

Variante 1

Eine Möglichkeit ist, das Tier sicherzustellen und es als Fundtier direkt ins Tierheim zu bringen. 

Hier entstehen Kosten für eine ggf. medizinische Erstversorgung und Tagespauschalen für den Aufenthalt im Tierheim bis zur Abholung. Diese Kosten sind vom Halter zu tragen.

Variante 2

Abholung eines Fundtieres durch Mitarbeiter des Tierheims. Diese Variante wird bei verletzten oder auffälligen Tieren dringend empfohlen. Hier wollen Finder das Tier so schnell, wie möglich in fachlich kompetenten Händen wissen, was richtig ist und haben ggf. keine Möglichkeit, das Tier selber ins Tierheim zu bringen.

Neben den Kosten aus Variante 1 entstehen hier zusätzliche Kosten durch die Abholung eines Mitarbeiters und einer Kilometerpauschale. Auch hier hat der Halter die Kosten zu tragen.

Generell gilt: Für Finder bleibt es immer kostenfrei!

Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten.

Nach Dienstschluss im Tierheim ist nur noch Variante 2, die Abholung möglich. Bitte rufen Sie die Polizei an, die den Notfallfahrer des Tierheim Remagen informiert. Dieser fährt immer, auch sonn- und feiertags oder mitten in der Nacht.

Sind die Tiere gechipt und registriert (z.B. bei TASSO), können Aufwand und Kosten gering gehalten werden und die Besitzer kommen deutlich schneller zu ihrem geliebten Tier. 


Kranke oder alte Tiere

Chronisch kranke oder alte Katzen, die einfach einen kranken Eindruck machen, laufen besonders Gefahr von besorgten Menschen, als Fundtier gemeldet zu werden - im schlimmsten Fall immer wieder. Gerade diese sollten in der Nachbarschaft bekannt sein. Finder sollten daher immer erst einmal in der Umgebung fragen, ob die Katze bekannt ist. Das kann helfen, dass die eigentlich „nur“ alte Katze nicht direkt als hilfsbedürftiges Fundtier gemeldet wird. 

Dennoch: Für jeden Tierschützer sollte gelten: Lieber einmal zu viel gemeldet als zu spät!

Verletztes Haustier

Eine für viele unangenehme Situation, die oft Hilflosigkeit bis hin zur Panik auslöst: 

Wir finden ein verletztes Haus- oder Wildtier, bemerken, dass eines angefahren wurde oder haben im für uns traurigsten Fall selbst unbeabsichtigt ein Tier angefahren. Viele Menschen wissen nicht, was sie tun können und sollen oder fürchten gar Tierarztkosten - und überlassen das Tier oft seinem Schicksal aus reiner Angst oder Unwissen. 

Ein Artikel von Britta Jelden, Tierheim u. Tierschutzverein Kreis Ahrweiler e.V.  

Rechtliches

Grundsätzlich gilt für jeden Fahrer eine ethische und auch gesetzliche (Tierschutzgesetz §3) Verpflichtung, sich um ein angefahrenes/unversorgtes Tier zu kümmern! Bei Zuwiderhandlung kann ein Bußgeld bis zur Höhe von €25.000,- drohen.

Was ist zu tun? 

  • Eine Unfallstelle ist abzusichern und das verletzte Tier nach Möglichkeit abseits auf eine Decke/ein Handtuch zu legen, wobei der Kopf zu stützen ist. Bei einem bewusstlosen Tier ist es wichtig, die Zunge heraus zu lagern und ggf. über mehrmaligen kurzen Druck auf den Brustkorb eine Herzmassage durchzuführen. 
  • Da in der heutigen Zeit fast ein jeder über ein mobiles Telefon verfügt, sollte im nächsten Schritt ein Anruf bei der Polizei erfolgen, welche den nächsten Tierarzt oder Tierklinik ermitteln kann. Natürlich kann über ein Smartphone selbst nach dem Tierarzt/der Tierklinik gesucht werden. Tierkliniken müssen eine 24-Stunden-Bereitschaft sicherstellen, daher ist ein Eingreifen jederzeit möglich und nötig. 
  • Nehmen Sie selbst oder die Polizeidienststelle Kontakt zum nächst erreichbaren Tierarzt auf. Tierärzte sind verpflichtet, lebenserhaltende Maßnahmen bei einem verletzten Tier durchzuführen! 
  • Sobald Sie das Tier gemeldet haben, gilt es überdies als Fundtier - hier sind zunächst die Städte/Gemeinden für Übernahme der anfallenden Behandlungskosten zuständig. Bei Ermittlung des Halters wird im Nachgang dieser herangezogen. 
  • Es gilt: Wenn Sie selbst mit dem Tier einen Tierarzt/eine Tierklinik aufsuchen möchten, melden Sie oder eine dritte Person (um keine Verzögerung bei der Hilfe für das Tier aufkommen zu lassen) den Vorfall parallel bei der Polizei/dem Ordnungsamt/dem Tierheim - ganz gleich, ob Sie selbst Verursacher des Unfalls sind oder ein anderer. 


Und bei Wildtieren?

Auch Wildtiere dürfen nicht unversorgt verletzt zurückgelassen werden! 

  • Sind Sie selbst Verursacher eines Unfalls mit einem Wildtier oder Zeuge dessen, kontaktieren Sie umgehend Polizei oder Feuerwehr. 
  • Bleiben Sie am Ort, ggf. mit etwas Abstand zum verletzten Tier, da Wildtiere oft anders auf menschliche Nähe reagieren als Haustiere und stellen Sie sicher, dass Hilfe für das Tier kommt. 
  • Im Bedarfsfall (ca. 30 Minuten) erneuern Sie den Kontakt zur benachrichtigten Rettungsstelle. Ganz gleich, ob Hund, Katze, ein Igel, ein Eichelhäher-Baby, ein Fuchs oder die Küken einer getöteten Entenmutter - stets Ruhe bewahren, nicht wegsehen, sondern das Richtige tun. 
  • Auch der Arbeitgeber hat in der Regel Verständnis für eine Verspätung auf dem Arbeitsweg in einem solchen Fall. Im Zweifel hilft der Hinweis auf die gesetzliche Verpflichtung zur Hilfe. 
  • Wenn Sie einem Tier nicht mehr helfen können, so lassen Sie es auf seinem letzten Weg nicht allein, sondern geben ihm noch ein Stück Wärme und Geborgenheit. 


Wichtig!

Melden Sie tot aufgefundene Haustiere bitte beim örtlichen Tierheim oder Ordnungsamt, denn nur so können die Halter Gewissheit über das Schicksal ihres Familienmitglieds erhalten.

Nicht wegsehen macht uns Menschen auch ein Stückchen besser.

Wildtier gefunden

Sie haben ein Wildtier gefunden und möchten nun das Richtige tun? Hier erhalten Sie Informationen und wichtige Rufnummern.

Gesetzliche Regelung

Haarwild und Federwild

Wildtiere sind im Sinne der Rechtsordnung "herrenlose" Tiere, die man aber keineswegs in Besitz nehmen darf. Ein Teil von ihnen zählt zu den jagdbaren Arten (Haarwild wie Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase, Kaninchen, Fuchs und Federwild wie Stockenten, Fasane). Diese Tiere unterliegen dem Jagdrecht, d.h. nur der für den Fundbezirk des Tieres zuständige "Jagdausübungsberechtigte" darf sich die Tiere aneignen. Kranke oder verletzte Tiere (z.B. nach einem Autounfall mit Haarwild) müssen deshalb unverzüglich dem Jagdberechtigten oder der Polizei, der eine Liste der jagdlich Zuständigen vorliegt, gemeldet werden. Sie dürfen nicht mitgenommen werden. Dies stellt Wilderei dar. 

Restliche Wildtiere

Für die übrigen Tiere gilt: Die Pflege eines Wildtiers ist Spezialistensache.

Bitte experimentieren Sie nicht auf Kosten des Tieres herum, weil Sie hilfsbereit sein möchten und das Tier besonders niedlich ist

Die beste Hilfe für das Tier ist, wenn Sie unverzüglich zum Telefon greifen und beim nächsten Tierschutzverein / Tierheim / Tierarztpraxis anrufen. Dort erhalten Sie Auskunft, wer als Spezialist/in für die betreffende Tierart zuständig ist und das Tier übernehmen kann. Selbstverständlich ist es für eine solche Person eine große und erfreuliche Hilfe, wenn Sie selbst mit dem verletzten Tier sofort zur Tierärztin / zum Tierarzt fahren und sie es dort abholen kann. Wildtiere werden im allgemeinen kostenlos versorgt. Entscheidend ist auf jeden Fall, dass die Übergabe so bald wie möglich geschieht. Je jünger das Tier oder, umso schwerer verletzt es ist, desto rascher muss sachkundig geholfen werden. Hier kann eine Stunde (oder weniger) über Leben und Tod entscheiden.


Wichtige Notrufnummern

Greifvögel, Eulen:

Auswilderungs- und Greifvogelstation,

Ehepaar Limpinsel, Tel. 02992 - 8684

www.essenthoer-muehle.de


Füchse:

Füchse in Not, Frau Grümer, 

Tel. 02305 - 6426 und 6427


Fledermäuse:

Fledermaus-Hilfe, Frau Devrient

Tel. 02301 - 7921

Fleder-Haus

Notfall -Telefon: 0179 - 4972995


Rehkitze:

Rehkitznotdienst, Frau Riewesell, 

Tel. 04171 - 72161


Singvögel:

Wildvogel-Pflegestation Kirchwald 

Tel. 0160 96714064


Igel:

Pro Igel e.V. 

Internet: www.pro-igel.de

Igel-Hotline: Tel. 0180 - 55559551

Dort gibt es ein Adressenverzeichnis der Igelstationen und Igel-Schutzvereine


Wildvogel - Pflegestation Kirchwald mit Igelstation, 

Tel. 0160 96714064


Allgemeine Hilfe für verletzte Wildtiere:

Vogel- und Wildtierpflegestation Gut Dülnhof 

Tel. 05725 - 708730


Bio-Top e.V. Arbeitsgemeinschaft für wild lebende Tiere

Frau Bütehorn, 

Tel. 06074 - 93255


NABU Naturschutzbund Deutschland e.V., 

Tel. 0221 - 7902889


BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, 

Tel. 0228 - 40097-14


Kreisjägerschaften KJS Kurköln zu Olpe, Herr Hubertus Bille, 

Tel. 02721 - 970120


KJS Siegerland-Wittgenstein e.V., Herr Frank Siebet, 

Tel. 02736 - 6390



Wann benötigt ein Wildtier tatsächlich Hilfe?

Wildtierjunge werden in den meisten Fällen mitgenommen, weil sie fälschlich als hilflos angesehen werden. 

Hierzu ist wichtig zu wissen:

Säugetierjunge

Im Gegensatz zu jungen Kaninchen, die blind, taub und nackt in einem Bau unter der Erde geboren werden, kommen junge Hasen voll behaart und mit offenen Augen in einer mit Gras ausgepolsterten Mulde in einer Wiese oder unter einem Gebüsch zur Welt. Sie werden nur einmal pro Nacht gesäugt und verbringen den Rest der Zeit alleine, bewegungslos wartend in der Mulde. So sind Sie gut getarnt: Ihre Färbung stimmt mit der Umgebung überein und weil sie sich nicht bewegen, machen sie keinen Feind auf sich aufmerksam. Auch Rehmütter lassen ihre Rekitze gerade in den ersten Tagen viel alleine. Meist liegen die Kitze eingerollt im Dickicht oder hohen Gras und warten geduldig auf ihre Mutter. Die Bewegungslosigkeit ist der beste Schutz der Jungtiere. Dieses Verhalten ist ihnen angeboren und so stark, dass die Tiere selbst in größter Angst, wenn ein Mensch sich ihnen nähert, nicht flüchten.

Vogeljunge

Junge Singvögel, Greife und Eulen sind Nesthocker. Sie verbringen ihre erste Lebensphase als Nestlinge im Nest, wo sie von ihren Eltern gefüttert und gewärmt werden. Noch ehe sie flugfähig sind, verlassen sie das Nest. Jetzt hüpfen die Ästlinge noch mehrere Tage auf dem Boden und in Büschen herum. Sie werden weiter von ihren Eltern gefüttert, lernen es, sich in ihrer Umgebung zu orientieren und üben sich in der Nahrungssuche. Ästlinge machen mitunter einen recht hilflosen Eindruck und wecken somit vielfach das Mitleid von Spaziergängern, die den "armen" kleinen Vogel aufheben und in der Annahme, er sei von den Eltern verlassen worden, mit nach Hause nehmen. Spätestens dann ist bei den meisten Findern guter Rat teuer! Der kleine Pflegling muss von morgens bis abends in kurzen Zeitabständen gefüttert und eventuell getränkt werden. Was frisst der Vogel überhaupt? Wie kriegt man ihn zum Fressen? Wie bringt man ihn unter? Egal, wie viel Mühe Sie sich geben, die Überlebenschancen bei künstlicher Aufzucht sind (ohne umfassende Erfahrung und Kenntnisse) gering.

Anzeichen für Hilfsbedürftigkeit

Wenn sie ein Säugetierjunges finden, unterdrücken Sie unbedingt die Regung, das Tier hochzunehmen, um seinen Gesundheitszustand zu überprüfen. Egal, wie niedlich es aussieht, streicheln Sie das Tier nicht! Für die Mütter ist der Geruch der Jungen ein ganz wichtiges Erkennungsmerkmal. Riecht es nach Mensch, nehmen sie es nicht mehr an. Dies gilt nicht für junge Vögel. Ihre Eltern orientieren sich nicht nach dem Geruch. Sehen Sie genau hin: Blutet das Tier? Hält es ein Bein (oder Flügel) unnatürlich(Knochenbruch)? Sind Nase und / oder Augen verklebt? Eine gefährliche Zeit für die jungen Kitze ist die, in der die Landwirte ihre Wiesen mähen. Es ist nicht jeder Bauer bereit, die oft sehr großen Weiden vor dem Mähen abzugehen und nach abgelegten Kitzen Ausschau zu halten. Mancherorts jedoch gehen Jäger mit ihren Hunden (oder aber auch Privatpersonen) auf Bitte der Landwirte die zu mähende Wiese ab, um somit Kitze (und andere Wildtierjunge, aber auch junge Katzen), vor dem Tod oder schweren Verletzungen zu bewahren. Selbstständige Jungtiere und erwachsene Tiere können Verwundungen haben (z.B. im Straßenverkehr verunglückt), durch Zivilisationsmüll geschädigt sein (z.B. Igel mit Pappbecher oder leerer Dose über dem Kopf) oder - vor allem im Winter - durch Futtermangel entkräftet fluchtunfähig am Boden liegen. Oft werden auch Igel in den Tierheimen oder beim Tierarzt abgegeben. 

Hilfebedürftig sind: 

Kranke Igel (tagsüber herumliegend oder sich auffällig verhaltend, apathisch, mager, eingefallene Augen). 

Verletzte Igel (Die bei Wintereinbruch, d.h. bei feuchter und kalter Witterung, Dauerfrost, Schnee meist bei Tag herumlaufen) 

Verwaiste Igelsäuglinge (tagsüber außerhalb des Nestes, Augen und Ohren geschlossen, eventuell unterkühlt).

Wie soll Hilfe aussehen?

Wie der Name sagt, sind Wildtiere Lebewesen, die in der freien Natur zu Hause und an das Leben dort angepasst sind. Damit ist es zuallererst eine grundsätzliche Frage, ob es besser ist, ein Wildtier aufzunehmen oder lieber in der Natur zu belassen. Auch Krankheit und Tod gehören zum natürlichen Kreislauf. Das Eingreifen des Menschen ist vielleicht aus ethisch-moralischer Sicht zu begrüßen, auf lange Sicht aber oft nicht zum Besten des Tieres. So kann ein männliches Rehkitz, das von Menschen aufgezogen wird, kaum noch ausgewildert werden. Da es keine Scheu vor Menschen hat, kann es passieren, dass ein solches Tier in der Brunftzeit Menschen als vermeintliche Rivalen angreift. Und hat man es letztendlich doch geschafft, seinen Vogelpflegling bis zur Flugfähigkeit aufzupäppeln, so kann man draußen nicht verfolgen, ob er sich auch zurechtfindet oder den Flug nach Süden schafft. Denn falsche Fütterung und Haltung verursachen dauerhafte Knochen- und Gefiederschäden, die man oft nicht auf den ersten Blick sieht. Bitte bedenken Sie in allen Fällen: Gesunden und munteren Tieren schadet man oft mehr mit der vermeintlichen Hilfe als man ihnen wirklich helfen kann. Viele sterben an Schock oder sind so gestresst, dass sie physisch und/oder psychisch leiden.

Richtige Hilfe vor Ort

  • Bei verletztem jagdbarem Wild oder der Vermutung, dass ein Jungtier einer solchen Art verwaist ist, die nächste Försterei oder die Polizei anrufen.
  • Steckt ein Igel mit seinem Kopf in einem Becher oder einer Dose, so reicht es aus, ihn von seiner falsch gewählten "Kopfbedeckung“ zu befreien.
  • Bei dem Verdacht, dass ein gesund wirkender Jungvogel (Singvogelart) verwaist ist, beobachten Sie ihn zunächst einige Zeit (bis zu einer Stunde) aus größerer Entfernung (mindestens 10 m), ob er nicht doch gefüttert wird.
  • Wenn der Jungvogel (auch Greifvogel oder Eule) an einer gefährlichen Stelle sitzt (Straße), können Sie ihn langsam und vorsichtig von der Straße weg scheuchen, oder, wenn er noch keine Scheu vor Menschen hat, wegtragen und in ein Gebüsch setzen. Vögel erkennen ihre Jungen nicht am Geruch, deshalb schaden Sie damit dem Jungtier nicht.
  • Bringen Ihre Kinder einen munteren Jungvogel mit nach Hause, sollten Sie ihn daher umgehend zum Fundort zurückbringen und beobachten, ob die Eltern ihren Nachwuchs versorgen.
  • Etwa im Juli unternehmen junge Fledermäuse ihre ersten Flüge. Dabei können sie sich auch einmal in eine Wohnung verirren. Das ist kein Grund zur Aufregung; die Tierchen sind völlig harmlos. Öffnen Sie einfach ein Fenster über Nacht oder wenn das Tier nicht bis zum Fenster klettern kann, hängen Sie es abends hinaus an die Hauswand. Das klingt makaber? Es ist aber nicht so gemeint! Fledermäuse ruhen aus, indem sie kopfunter an den Krallen ihrer Hinterbeine hängen. Genau darum geht es. Wenn Sie die Fledermaus mit den Hinterbeinen an die raue Hauswand halten, klammert sie sich von selbst fest. Anschließend wird sie sich, manchmal bis zu einer viertel Stunde lang, mit Ultraschalllauten ein Bild ihrer Umgebung machen. Erst wenn sie ihre Umgebung genau genug einschätzen kann, fliegt sie los.

Transport hilfsbedürftiger Wildtiere

Sollte es doch notwendig erscheinen, dass Sie ein Tier mitnehmen, ist Folgendes zu beachten:

  • Gefangen werden und der Transport bedeutet für Wildtiere großen Stress. Deshalb dem Tier locker ein Tuch oder leichtes Kleidungsstück umlegen oder - falls vorhanden - es in einen verschließbaren Behälter setzen. Solange es nichts von der Umgebung sieht, bleibt es ruhig.
  • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es sich um wehrhafte Tiere wie Greife und Eulen handelt. Ihre Verteidigungswaffen sind die Füße, nicht der Schnabel! Achtung, wenn sich ein Greif auf den Rücken wirft! Dann will er sich als letzte Verteidigungsmöglichkeit gegen Sie als vermeintlichen Angreifer mit Zuschlagen wehren. Greifen und Eulen (auch Jungvögeln, egal wie niedlich sie aussehen) auf jeden Fall etwas überwerfen und dann die Beine mit festem Griff über den Füßen packen und während des ganzen Transportes festhalten.

Sie vermissen Ihr Tier? Wir helfen Ihnen!

Allgemeine Hinweise

Damit die Ungewissheit möglichst schnell vorbei ist, haben wir hier ein paar Informationen und Möglichkeiten für Sie zusammengestellt.

Vermisstenanzeige

Sie können eine Vermisstenanzeige im Tierheim Remagen per E-Mail info§%§tierheim-remagen.de oder per Fax (0 26 42/99 46 18) aufgeben. Wichtig dabei ist, dass Sie ein gutes Foto sowie die Angaben (Name, Rasse, Geschlecht, Alter, Farbe und Länge des Fells, Größe, besondere Kennzeichen, Halsband...) von Ihrem Tier beifügen sowie eine Telefonnummer, unter der Sie hauptsächlich zu erreichen sind.

Sie können uns auch täglich von 8:00 bis 12:30 Uhr und 14:30 bis 17:00 Uhr telefonisch (0 26 42/2 16 00) erreichen.

Mit dem Senden Ihrer Vermisstenanzeige an uns stimmen Sie automatisch einer Veröffentlichung zu. Die Anzeige wird auf unserer Homepage sowie auf unserer FB-Seite veröffentlicht. Dabei wird Ihre Telefonnummer auf unserer HP zur Kontaktaufnahme durch Finder veröffentlicht. Namen veröffentlichen wir nicht, Adressteile nur, soweit es der Suche dienlich ist. Bei vermissten Katzen leiten wir die Vermisstenmeldung an den Katzenschutzverein Bad Neuenahr - Ahrweiler e.V. weiter, mit dem wir eng vernetzt zusammenarbeiten. Sollten Sie damit oder mit Teilen nicht einverstanden sein, widersprechen Sie bitte sofort bei der Kontaktaufnahme.

Was können Sie präventiv tun?

  • Der wichtigste Schritt, ein vermisstes Tier wiederzubekommen, ist Vorsorge für den Ernstfall zu treffen: die Kennzeichnung durch einen Chip und die Registrierung auf Ihren Namen bei z.B. TASSO (https://www.tasso.net/) und/oder Findefix (http://www.registrier-dein-tier.de/). Hunde sollten eine Telefonnummer am Halsband tragen. Selbst Tiere, die z.B. in einen Umzugswagen geklettert sind und viele Kilometer weit weg am Zielort gefunden werden, können so zu 100 % zugeordnet werden. Halten Sie dabei Ihre Kontaktdaten immer aktuell. D. h., neue Telefonnummern, Adressänderungen, Halterwechsel, etc. der Registerstelle mitteilen.


Was können Sie tun, wenn Sie bereits ein Tier vermissen?

  • Achten Sie im Internet auf Seiten wie z. B. Ebay Kleinanzeigen oder Ahrtaler Kleinanzeigen auf Inserate über zugelaufene Tiere.
  • Veröffentlichen Sie Ihre Suchmeldung mittels Zeitungsinseraten in den Lokalanzeigern, Tageszeitungen, geeigneten Internetseiten, etc.!
  • Machen Sie Aushänge in der Nachbarschaft, Supermärkten und im nächsten Ort.
  • Sprechen Sie mit Nachbarn, denn Katzen werden oft unabsichtlich in Garagen, Schuppen oder Kellerräumen eingeschlossen.
  • Fragen Sie Ihren Briefträger, ob er etwas gehört oder gesehen hat.
  • Informieren Sie die Polizei bei einem konkreten Diebstahlsverdacht und erstatten Sie eine Tierverlust- bzw. Diebstahlsanzeige.
  • Vermisste Katzen suchen Sie am besten nachts, wenn alles ruhig ist. Rufen Sie den Namen Ihrer Katze und lauschen Sie auf Antwort. Manche Katzen (besonders entwischte Wohungskatzen) sitzen versteckt ganz in der Nähe und trauen sich nicht heraus.

Hilfreiche Telefonnummern: 

  • Findefix 0228-6049635 (vorher Deutsches Haustierregister) 
  • Tasso Hattersheim Telefon: 061 90 - 93 73 00, E-Mail: tasso@tiernotruf.org

Wir hoffen, dass Sie Ihr Tier bereits gesund wieder gefunden haben oder möglichst bald wieder finden.

Ist dies geschehen, bitten wir Sie, uns dies durch einen Anruf, per Fax oder per E-Mail mitzuteilen! 


Vor allem aber die Hoffnung nicht aufgeben

Es gab auch schon Haustiere, die sich nach Wochen und Monaten wieder einfanden. 

Allein über Findefix und Tasso werden jährlich tausende von Tieren wieder ihrem Besitzer zugeordnet. Sie können Ihr Tier bei Findefix und Tasso schnell und unkompliziert online registrieren. Bei Hunden erhalten Sie eine Plakette mit einer Nummer, die Sie zusätzlich am Halsband Ihres Hundes befestigen können. Sie dient einer schnellen Rückführung über Findefix und Tasso.

Tierquälerei anzeigen

Sie haben eine Tierquälerei beobachtet oder sind sich über die Umstände einer Tierhaltung nicht sicher? Dann wenden Sie sich bitte an ihr zuständiges Veterinäramt. 

Im Kreis Ahrweiler ist dies das Veterinärwesen Ahrweiler, erreichbar unter (02641) 975-359. 

Bei akuter Tierquälerei verständigen Sie bitte sofort die zuständige Polizeibehörde.

Gemeinde/Stadt Polizeiinspektion         Telefon
AdenauAdenau02691 9250
AltenahrAhrweiler02641 9740
Bad BreisigRemagen02642 93820
Bad Neuenahr-AhrweilerAhrweiler02641 9740
BrohltalRemagen02642 93820
Kempenich, Hohenleimbach, Spessart, Weibern    Adenau02691 9250
GrafschaftAhrweiler02641 9740
RemagenRemagen02642 93820
SinzigRemagen02642 93820


Zuständigkeit

Unser Einzugsgebiet



Hier erhalten Sie einen Überblick über den riesigen Bereich unseres Einzugsgebietes, den kompletten Kreis Ahrweiler

Im Einzelnen sind das folgende Ortschaften:

Adenau, Stadt Ahrbrück, Altenahr, Antweiler, Aremberg, Bad Breisig, Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Barweiler, Bauler, Bengen, Berg Birresdorf, Brenk, Brohl-Lützing, Burgbrohl, Dankerath, Dendebach, Dernau, Dorsel, Dümpelfeld, Eckendorf, Eichenbach, Fuchshofen, Galenberg, Geisdorf, Glees, Gönnersdorf, Harscheid, Heckenbach, Herschbroich, Hoffeld, Hohenleibach, Holzweiler, Honerath, Hönningen, Insul, Jammelshofen, Kalenborn, Kaltenborn, Karweiler, Kempenich, Kesseling, Kirchsahr, Königsfeld, Kottenborn, Lantershofen, Leimbach, Leimersdorf, LInd, Mayschoß, Meuspath, Müllenbach, Müsch, Niederdürenbach, Niederzissen, Nierendorf, Nürburg, Oberdürenbach, Oberzissen, Ohlenhard, Pomster, Quiddelbach, Rech, Reifferscheid, Remagen, Ringen, Rodder, Schalkenbach, Schuld, Senscheid, Sierscheid, Sinzig, Spessart, Trierscheid, Vettelhoven, Waldorf, Wassenach, Wehr, Weibern, Wershofen, Wiesemscheid, Wimbach, Winnerath, Wirft.

Hier erfährst du mehr über das Tierheim Remagen